Wissenssnack

Kiefer – Spannung, Haltung & Körpervernetzung

Kiefer – Einfluss auf Kopf, Nacken und Wirbelsäule

Der Kiefer (Mandibula) ist ein hochkomplexes Gelenk, das über Muskeln, Faszien und Nerven mit Hals, Kopf und Schultergürtel verbunden ist. Störungen im Kieferbereich können weitreichende Auswirkungen haben:

  • Hör- oder Kiefergelenksprobleme
  • Spannungskopfschmerzen, Nacken- oder Schulterschmerzen
  • Zähneknirschen oder Pressen (Bruxismus)
  • eingeschränkte Mundöffnung oder Schmerzen beim Kauen

Osteopathische Zusammenhänge

  • Parietal: Verspannte Kaumuskeln (Masseter, Temporalis, Pterygoidei) wirken über Faszienketten auf Hals und Schultergürtel.
  • Cranial: Kieferbewegung ist eng mit Schädelbasis, Temporomandibulargelenk (TMG) und der Hirnhaut verknüpft. Dysbalancen hier können Kopfschmerzen oder Schwindel fördern.
  • Viszeral: Kaumuskulatur, Zunge und Halsmuskeln beeinflussen Schluck- und Atemmuster; über das Zwerchfell kann auch die Rumpfhaltung betroffen sein.
  • Nervensystem: Trigeminusnerv (V) steuert Kaumuskeln und übermittelt sensorische Reize, vegetative Einflüsse wirken auf Herz, Lunge und Verdauung.
  • Hormonell & Stress: Chronische Anspannung durch Stress oder Cortisolspitzen verstärkt Kieferpressen und Muskelspannung.

Ziel der osteopathischen Behandlung

Osteopathische Ansätze zielen darauf ab, Kiefergelenk, Kaumuskulatur, Faszienketten und craniale Strukturen zu harmonisieren.

  • Blockaden können sich lösen, Spannungen dürfen abgebaut werden
  • Haltung und Beweglichkeit kann unterstützt werden
  • Nervensystem und vegetative Regulation bekommen einen Impuls

Durch gezielte Mobilisierungen werden Beweglichkeit, Haltung und Entspannung im Kieferbereich gefördert.

Und hier noch ein bisschen  NERD-TALK zum Thema Kiefer

Das Temporomandibulargelenk (TMG) ist ein komplexes Synovialgelenk mit Verbindung zu Kaumuskeln (Masseter, Temporalis, Pterygoidei), Halsfaszien und cranialen Strukturen. Dysfunktionen wirken über Trigeminusnerv, Faszienketten und HWS auf Nacken, Schultern und Schädelbasis. Studien zeigen, dass osteopathische und manuelle Ansätze Spannungsmuster beeinflussen können, insbesondere bei Bruxismus und Haltungsproblemen.

„Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche oder therapeutische Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin/Ihren Arzt oder Therapeut:in.“